Documenta 15 Artikel

Lumbung as a culture of common intentionality. A post-theoretical approach to cultural production.

2024. Co-authored by Laetitia Lüke.

In: Lettau, Canyürek: Decolonial Cultural Practices Towards Pluriversal Cultural Institutions and Policies.

Der Aufsatz „Lumbung as a Culture of Common Intentionality“ von mir und Laetitia Lüdke entwickelt und stellt eine erkenntnistheoretische Analyse der documenta 15 dar. Wir interpretierten sie als Versuch, kulturelle Produktion jenseits hegemonialer Autorenschaft zu denken. Ausgehend von der Praxis des indonesischen Künstlerkollektivs ruangrupa, die 2022 das prestigereiche Kunstfestival in Kassel kuratierten, widmet sich der Text einem speziellen Aspekt der Kollektiven Praxis: Wir entwickelten den Begriff der gemeinsamen Intentionalität – als ein Kulturmodell, das nicht auf Ergebnisorientierung, sondern auf kollektives Fürsorgehandeln zielt.

Der Text verbindet ästhetische und organisationssoziologische Perspektiven, indem Theorien der Führung und Systemsteuerung (Bartlett, Baecker, Arendt) mit den sozialen Dynamiken der Ausstellung verknüpft wurden. So entsteht eine posttheoretische Lesart von Kultur als „vehicle“ statt „exclamation“: nicht die kommunikative Durchsetzung einer Botschaft, sondern die Ermöglichung gemeinsamer Sinnbildung wird zum Kern kultureller Praxis.

Der Text setzt sich mit dem Antisemitismusvorwürfen gegenüber der Documenta 15 auseinander und stellt die Frage, ob womöglich die grundverschiedenen Vorstellungen von Kulturproduktion, die hier aufeinandertrafen Teil des Problems waren. So zeigt er sowohl Möglichkeiten, als auch Grenzen und Gefahren dieser kollektivierten Arbeitsweise auf.

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