
Flanieren im Kosmos der Automaten. Ein philosophisches Portrait des [video]Flâneu®s und seiner Selfiekunst als ästhetisch-epistemische Abhandlung über das Schaffen von Bedeutung mit und in digitalen Strukturen.
In: Steimer, Paganini, Filipović: Das Selbst im Blick. Interdisziplinäre Perspektiven zur Selfie-Forschung. Nomos.

Ausgehend von einem Interview mit dem Künstler der [video]Flâneu® zu dessen Praxis und Videoarbeiten entwickelt dieser Essay eine philosophische Reflexion über die Praxis des Flanierens. Diese wird als eine explizite Antwort, aber auch als eine Gegenbewegung gegen die Praxis des Selfies verstanden. Ausgehend von klassischen Referenzen auf das Flanieren, die auch der [video]Flâneu® benutzt (Benjamin, Rilke) fragt der Text ganz allgemein nach der Rolle von menschlicher Haltung in einer digitalisierten Welten. Der Flaneur fungiert hier als Beobachter einerseits, aber auch als Sinnbild für den menschlichen Widerstand und die Eigenwilligkeit, mit der Menschen die technische Sterilität immer auch durchkreuzen. Der Text arbeitet essayistisch und interdisziplinär, verbindet phänomenologische und medientheoretische Ansätze und fragt, nach der Rolle, die kontemplative, sinnlich-offene Beobachter:innen in einer technischen Welt überhaupt noch einnehmen können, wenn selbst unsere intimste Wahrnehmung von Strukturen des Technischen geprägt sind.